FENS FORUM BERLIN STARTET: EINE ERFOLGSGESCHICHTE DER HIRNFORSCHUNG

Erkrankungen des Gehirns sind für mehr als ein Viertel der Krankheitslast in der Europäischen Union verantwortlich: Millionen von Menschen leiden unter Alzheimer, Multipler Sklerose, den Folgen von Schlaganfällen, Depressionen oder Psychosen. Dies spiegelt sich auch im Programm des 11. Forums der europäischen neurowissenschaftlichen Gesellschaften wider, an dem vom 7.-11. Juli in Berlin mehr als 7000 Wissenschaftler aus 77 Ländern teilnehmen: rund 1300 Beiträge sind Erkrankungen des Nervensystems gewidmet. Doch es geht ebenso um Wahrnehmung und Verhalten, um Lernen und Denken, um chronische Schmerzen und Schlaf oder auch darum, was im Gehirn abläuft, wenn aus Fremden Freunde werden.

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Die Neurowissenschaften gehören zu den besonders produktiven und spannenden Forschungsrichtungen. „Als wir die Föderation der neurowissenschaftlichen Fachgesellschaften vor 20 Jahren gegründet haben, gab es durchaus auch Skepsis“, erinnert sich Prof. Dr. Helmut Kettenmann, Sprecher der deutschen Neurowissenschaftlichen Gesellschaft im Exekutivausschuss der Vereinigung der europäischen Neurowissenschaftlichen Gesellschaften (FENS), der damals die Vereinigung mit vorangetrieben hat. Zum ersten Forum der frisch gebackenen Union, die ebenfalls vor 20 Jahren in Berlin stattfand, kamen damals 4000 Wissenschaftler. Seitdem sind bei dem zweijährigen Treffen die Zahlen kontinuierlich gestiegen. Nun stellt das Berliner Treffen mit mehr als 7000 Forscherinnen und Forschern einen neuen Rekord auf. Auch „europäisch“ stimmt nicht mehr: Das Forum ist mit Teilnehmern aus 77 Ländern international geworden. Rund 5000 Beiträge zeigen die ganze Bandbreite der aktuellen Forschungslandschaft und deren Schwerpunkte.
Die Neurowissenschaftler können das Denkorgan, dessen Wachstum vor fünf Millionen Jahren die Basis für die kulturellen und technischen Leistungen von Homo sapiens gelegt hat, mit modernen Methoden zunehmend besser untersuchen. Mit speziellen Mikroskopen und durch den Einsatz sogenannter Reportermoleküle, die farbige Signale aussenden, können sie den Zellen und Molekülen quasi bei der Arbeit zuschauen. „Wir kommen mit unseren modernen Verfahren und Konzepten auf eine neue Ebene“, sagt Prof. Dr. Hartmut Kettenmann, Sprecher der deutschen Neurowissenschaftlichen Gesellschaft im Exekutivausschuss der Vereinigung der europäischen Neurowissenschaftlichen Gesellschaften (FENS). „Wir können Verhalten zusammenbringen mit molekularen und zellulären Ereignissen und so erstmals sehr genau untersuchen und verstehen, was etwa bei Lernprozessen abläuft.“

Mehr Aufmerksamkeit bekommen inzwischen auch die sogenannten Gliazellen. Obwohl es im Gehirn ebenso viele Gliazellen gibt wie Neurone, wurde diese Zellgruppe in der Forschung kaum beachtet. Sie galten als Stützgewebe für die „wichtigen“ Neurone. „Wir kennen inzwischen die Funktionen der verschiedenen Typen von Gliazellen“ sehr gut, sagt Professor Kettenmann und untersuchen ihre Rolle etwa bei der Entstehung bestimmter Gehirntumore, den sogenannten Glioblastomen. „Wir haben herausgefunden, dass die Mikrogliazellen, die Fresszellen der Immunabwehr im Gehirn, von den Tumorzellen quasi umprogrammiert werden zu Zellen, die das Tumorwachstum fördern: Sie helfen den bösartigen Zellen dabei, in das umgebende gesunde Gewebe einzudringen.

Die Forscher wissen auch mehr über Gene und Prozesse, die bei der Entstehung von Erkrankungen eine Rolle spielen. Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung und daraus abgeleitete Konzepte haben etwa die Therapie der Multiplen Sklerose in den letzten Jahren verbessert. Doch bei anderen Erkrankungen, Alzheimer etwa, lassen sich neue Einsichten aus den Laboratorien noch nicht in bessere Behandlungen ummünzen, räumt Professor Kettenmann ein. So manches Mittel, das kranke Mäuse kuriert, versagt in der klinischen Prüfung an Patienten.
Darum setzen die Neurowissenschaftler große Hoffnung in neue Modelle, die das konventionelle Spektrum – Zellkulturen, Gewebeschnitte und Nagetiere – erweitern. Vor allem sogenannte Organoide, bis zu vier Millimeter kleine organähnliche Mikrostrukturen, die in Laborschalen wachsen. Basis der „Mini-Brains“ sind beispielsweise humane pluripotente Stammzellen, die sich differenzieren und selbst organisieren. So entstehen – je nach den gewählten Wachstumsbedingungen – Modelle verschiedener Gehirnregionen: vom Großhirn über Mittel- und Kleinhirn bis zur Netzhaut des menschlichen Auges. Noch ist die Größe auf zwei bis drei Millionen Zellen beschränkt – das Vorbild besteht aus 100 Milliarden Zellen. Doch es gibt bereits Ansätze, diese Grenzen zu überwinden. Professor Kettenmann plädiert – wie seine Kollegen – nun jedoch keineswegs dafür, auf die etablierten Modelle zu verzichten: „Wir brauchen eine breite Palette von Systemen, die sich ergänzen.“
Als sich die europäischen neurowissenschaftlichen Fachgesellschaften vor 20 Jahren zusammenschlossen, war es das erklärte Ziel, sich für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen und nicht auch für eine bessere Förderung der Forschung einzusetzen. Beides ist gelungen, wie Professor Kettenmann weiß. „Die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschern und Klinikern hat sich deutlich verbessert, wir arbeiten sehr eng zusammen.“ Auch mit der finanziellen Förderung sind die Neurowissenschaftler durchaus zufrieden. In Deutschland fördert die Bundesregierung 770 neurowissenschaftliche Projekte aus der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung mit insgesamt 560 Millionen Euro, die mehrere Jahre laufen. In diesem Jahr fließen 55 Millionen Euro in solche Projekte. Hinzu kommen jährlich 180 Millionen Euro von Bund und Ländern, die in Instituten und Forschungszentren für den Bereich Neurowissenschaften aufgewendet werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat darüber hinaus zwischen 2015 und 2017 insgesamt 2706 Projekte mit 518 Millionen Euro gefördert. Im vergangenen Jahr wurden 1752 Projekte mit 175,6 Millionen Euro unterstützt. Auch die Europäische Union fördert die Neurowissenschaften. Zwischen 2007 und 2015 betrugen die Aufwendungen auf diesem Gebiet 3,1 Milliarden Euro.

FENS Pressestelle
Barbara Ritzert, ProScience Communications, Pöcking,
tel: +49 8157 9397-0 or mobile +49 151 12043311 email: ritzert@proscience-com.de

Elaine Snell, Snell Communications Ltd, London UK (English language)
tel: +44 (0)207 738 0424 or mobile +44 (0)7973 953794 email: Elaine@snell-communications.net

Hinweise für Redaktionen
Prof. Dr. Helmut Kettenmann, Zelluläre Neurowissenschaften, Max-Delbrück-Centrum Berlin
https://www.mdc-berlin.de/kettenmann

Das 11. FENS Forum für Neurowissenschaften ist der größte Kongress für Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Neurowissenschaften in Europa. Organisiert wird er von der Föderation der Europäischen Neurowissenschaftlichen Gesellschaften (FENS). Sie wurde 1998 gegründet und hat 43 Mitgliedsgesellschaften in 33 europäischen Ländern. Als Organisation repräsentiert FENS 24.000 europäische Neurowissenschaftler. https://forum2018.fens.org/

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Leitlinienprogramm Onkologie legt S3-Leitlinie zum Hodgkin-Lymphom vor

Berlin, 13.7.2018 – Das Leitlinienprogramm Onkologie hat eine Aktualisierung der interdisziplinären S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin-Lymphoms bei erwachsenen Patientinnen und Patienten vorgelegt. Federführend bei der Erstellung dieser Leitlinie war die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V., 16 weitere Fachgesellschaften haben mitgewirkt. Die neue Version löst die erste Fassung der Leitlinie aus dem Jahr 2013 ab. „Die Aktualisierung war wichtig, weil diverse Fragestellungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin-Lymphoms derzeit kontrovers diskutiert und entsprechend unterschiedlich in der Patientenversorgung umgesetzt werden“, erklärt Prof. Dr. med. Andreas Engert von der Universitätsklinik Köln, Leiter der Deutschen Hodgkin-Studiengruppe und einer der Koordinatoren der Leitlinie. So sei derzeit zum Beispiel unklar, ob und wann eine kombinierte Positronen-Emissions- und Computertomographie (PET/CT)-Untersuchung durchgeführt und wie die Nachsorgeuntersuchungen nach Therapieende erfolgen sollten.

Das Hodgkin-Lymphom ist ein bösartiger Tumor des Lymphsystems. Pro Jahr erkranken etwa 2.300 Menschen neu daran. Die Erkrankung macht sich durch schmerzlose Schwellungen der Lymphknoten bemerkbar, zum Teil bilden sich große Tumoren hinter dem Brustbein, sogenannte Mediastinaltumoren. Bei der Behandlung kommen Kombinationschemotherapien, gefolgt von einer Strahlentherapie zum Einsatz; bei einem Rückfall oder fortschreitender Erkrankung erhalten die Betroffenen häufig eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation. Das Hodgkin-Lymphom hat sich seit Einführung der Kombinationschemotherapie zu der am besten behandelbaren malignen Krebserkrankung im Erwachsenenalter entwickelt. Allerdings können die aggressiven Therapien starke Nebenwirkungen hervorrufen und die Lebensqualität der Betroffenen einschränken oder zu Spätfolgen führen.

Da die Therapie des Hodgkin-Lymphoms streng stadienabhängig erfolgt, ist eine präzise Festlegung des initialen Stadiums (Staging) unbedingt erforderlich. Die Leitlinie empfiehlt dabei den ergänzenden Einsatz einer PET/CT-Untersuchung. Die PET/CT kann außerdem wichtige Hinweise für die Wahl der Therapiestrategie liefern, zum Beispiel bei der Entscheidung, wie viele Zyklen einer Chemotherapie im intermediären Stadium verabreicht werden sollen. Auch bei einem Rückfall kann ein PET/CT-Einsatz sinnvoll sein, etwa zur genaueren Stadien- und Risikoeinteilung, zur Optimierung der Knochenmarkdiagnostik und zur Therapie-Stratifizierung während der Chemotherapie. Allerdings ist die PET/CT nicht für alle Indikationen, die die Leitliniengruppe auf der Basis von Evidenzen identifiziert hat, Gegenstand des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung.

Zwei Drittel aller Rezidive treten innerhalb der ersten zweieinhalb Jahre nach Therapie, 90 Prozent innerhalb der ersten fünf Jahre auf. Zur Früherkennung eines Rezidivs ist deshalb eine engmaschige Nachsorge insbesondere in den ersten fünf Jahren nach Therapieabschluss sinnvoll. Zu den Spätfolgen zählen unter anderem kardiale Erkrankungen, Zweitmalignome und das Fatigue-Syndrom. Die Leitlinie empfiehlt daher, die Symptome einer koronaren Herzkrankheit, einer Herzinsuffizienz und einer Herzklappenfunktionsstörung bei jedem Nachsorgetermin zu erfassen. Generell sollten alle Langzeitüberlebenden eines Hodgkin-Lymphoms aufgefordert werden, die vorgesehenen Krebsfrüherkennungsangebote wahrzunehmen und auf das Rauchen zu verzichten.

Prof. Dr. med. Michael Hallek, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO, begrüßt die Aktualisierung der Leitlinie: „Es freut mich sehr, dass eine aktualisierte Fassung der S3-Leitlinie zum Hodgkin-Lymphom vorliegt. Die Orientierung und Festlegung von diagnostischen und therapeutischen Standards ist gerade bei dieser heute so erfolgreich therapierbaren Entität extrem wichtig. Den Mitwirkenden an dieser Leitlinie ist dafür zu danken.“

Die aktualisierte Leitlinie wird künftig auch in die Planung zukünftiger randomisierter klinischer Studien einfließen: In den Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG) sollen die Leitlinienempfehlungen als Behandlungsstandard im Vergleichstherapiearm berücksichtigt und implementiert werden. „Auf diese Weise gewährleisten wir, dass die mehr als 750 partizipierenden deutschen Zentren der GHSG die Leitlinienempfehlungen umsetzen. Das ist deshalb wichtig, weil Patientinnen und Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom häufig im Rahmen von Studien behandelt werden“, so Engert.

Für den direkten Zugang zur S3-Leitlinie nutzen Sie bitte folgenden Link: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/hodgkin-lymphom/

Das Leitlinienprogramm Onkologie (OL)

Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Leistungserbringer und Patienten zur angemessenen Vorgehensweise bei speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen. Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm mehr als 20 S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen. Mehr unter http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de.

Über die DGHO

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. besteht seit über 80 Jahren und hat heute mehr als 3.300 Mitglieder, die in der Erforschung und Behandlung hämatologischer und onkologischer Erkrankungen tätig sind. Mit ihrem Engagement in der Aus-, Fort- und Weiterbildung, dem Onkopedia-Projekt, mit der Wissensdatenbank, mit der Durchführung von Fachtagungen und Fortbildungsseminaren sowie mit ihrem gesundheitspolitischen Engagement fördert die Fachgesellschaft die hochwertige Versorgung von Patientinnen und Patienten im Fachgebiet.

Mehr unter http://www.dgho.de


Kontakt: Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. | DGHO Hauptstadtbüro | V.i.S.d.P. Michael Oldenburg | Fon: 0049 (0) 30 / 27 87 60 89 – 0 | Fax: 0049 (0) 30 / 27 87 60 89 – 18 | E-Mail: oldenburg@dgho.de | Internet: http://www.dgho.de

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Hoffnung für Querschnittgelähmte:

Wie Neuroengineering in der Robotik hilft, schwere Nervenschädigungen zu kompensieren. Es ist auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombination: Robotik-Ingenieure arbeiten mit Neurowissenschaftlern zusammen, um neue Behandlungsmethoden für Querschnitt-gelähmte zu entwickeln. Das „Walk Again Project“ einer internationalen Forschergruppe macht Hoffnung, dass es Wege gibt, Lähmung zumindest teilweise wirkungsvoll zu über-winden. Die Patienten dieses Projekts gewannen nicht nur ein gewisses Maß an Kontrolle über ihre Beine zurück, sondern auch Teile ihres mit der Rückenmarkverletzung verlorenen Gefühls. Einer der führenden Köpfe bei dieser Pionierarbeit ist dabei Prof. Gordon Cheng, Leiter des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Technischen Universität München (TUM).

Die Bilder gingen um die Welt, erreichten ein Milliarden-Publikum vor den TV-Geräten: Den Anstoß der Fußball-WM 2014 in Brasilien übernahm ein querschnittgelähmter Mann in einem Roboteranzug, einem sogenannten Exoskelett, das er mit der Kraft seiner Gedanken steuerte. Ein von Hirnströmen ausgelöster Nervenbefehl wurde von Elektroden aufgefangen. Ein Computer setzte das dann in Steuerungsbefehle für die Motoren des Exoskeletts um. Für die dann ausgelöste Kickbewegung war allerdings ein monatelanges Training erforderlich.

Eine Schlüsselrolle spielte dabei die taktile Rückmeldung an den Patienten –auch dank einer künstlichen Haut, die Prof. Cheng entwickelt hat. Sie besteht aus in Wabenform angeordneten Hochleistungs-Mikroprozessoren mit Sensoren, die Druck, Vibration, Temperatur, Bewegung und Berührungsnähe im dreidimensionalen Raum erfassen. Die künstliche Haut wird in die Sohle des Exoskeletts integriert. Die Bewegungen des Fußes, der Druck beim Aufsetzen des Fußes werden in ganz bestimmte Vibrationen umgewandelt, die der Patient dank kleiner Motoren, die in einer Manschette montiert sind, am Oberarm spürt. Das Erstaunliche: Nach ein paar Monaten Training verbindet das Gehirn diese Vibrationen wieder mit den Bewegungen von Bein und Fuß, die Patienten nehmen die Bewegungen des Exoskeletts als Schritte wahr.

„Verantwortlich dafür ist vermutlich die sogenannte neuronale Plastizität. Das beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu organisieren. Mit dem entsprechenden Training können neue Vernetzungen im Gehirn erzeugt werden“ erklärt Prof. Cheng die Auswirkungen des taktilen Feedbacks. Er ist überzeugt: „Das Gehirn hat genügend Möglichkeiten, um bei entsprechendem Training neuronale Schädigungen, wie sie etwa auch bei Multipler Sklerose und anderen neuronalen Erkrankungen vorkommen, zu kompensieren.“ Der Patient könne lernen, Roboterbeine und -füße in sein eigenes Körperschema integrieren.

Weitere Erkenntnisse soll deshalb die Erforschung von entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems bringen. Dafür arbeitet Prof. Cheng mit Wissenschaftlern am Klinikum rechts der Isar in München zusammen. Cheng ist überzeugt, dass Ingenieur- und Neurowissenschaften viel voneinander lernen können. An der TUM wurde deshalb jetzt auch der Elitestudiengang Neuroengineering etabliert.

„Die Vernetzung neuer Hirnareale mittels Neurofeedback ist ein medizinisch äußerst spannender Ansatz, von dem hoffentlich eines Tages viele Patienten mit Querschnittlähmung und Erkrankungen des zentralen Nervensystems profitieren können. Wir werden die weitere Entwicklung sicher auch im Rahmen des Hauptstadtkongresses weiter verfolgen“, so Prof. Axel Ekkernkamp, Wissenschaftlicher Leiter des Ärzteforums beim Hauptstadtkongress und Ärztlicher Direktor sowie Geschäftsführer des BG Klinikums Unfallkrankenhaus Berlin.

 

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Digitale Gesundheit: Intelligent vernetzte Gesundheitswelt

Die Digitalisierung verändert unser Gesundheitssysteme. Der Ausbau einer reibungslosen Versorgung wird eines der großen Themen für das Gesundheitswesen in der nächsten Legislaturperiode. Genau diese Themen werden in der kommenden Legislaturperiode mit Sicherheit aufgegriffen, ist sich Daniel Zehnich, Direktor Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik sicher. Niedergelassene Ärzte profitieren auf mögliche Änderungen. In Zukunft werden Patientendaten über die Patientenakte sehr schnell übergreifend sein. Viel wichtiger sind für die Ärzte dagegen die Felder Nachwuchssicherung, Bürokratieabbau und die Aufhebung der Budgetierung in der Patientenversorgung. Ärzte müssten sich auf ein verändertes Konkurrenzumfeld einstellen. Niedergelassene Ärzte sollten aber auch die Chancen nutzen, indem sie die Entwicklung aktiv mitgestalten und die sektorübergreifende Zusammenarbeit in konkreten Projekten umsetzen und neue Versorgungsmodelle ausprobieren. An dieser Stelle werde die Digitalisierung als eine Art Katalysator eine wichtige Rolle spielen. ob bei der Vernetzung von ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen, in der Qualitätssicherung oder in der Pflege, sowol auch in der Patientenkommunikation und -information. Im Rahmen neuer Diagnose- und Therapiemöglichkeiten schaffe die Digitalisierung konkreten Patientennutzen.

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Roboter in der Medizin: Hoffnung für Querschnittgelähmte

Ingenieure arbeiten mit Neurowissen-schaftlern zusammen, um neue Behandlungsmethoden für Querschnitt-gelähmte zu entwickeln. Das „Walk Again Project“ einer internationalen Forschergruppe macht Hoffnung, dass es Wege gibt, Lähmung teilweise wirkungsvoll zu überwinden. Die Patienten  gewannen nicht nur ein gewisses Maß an Kontrolle über ihre Beine zurück, sondern auch Teile ihres mit der Rückenmarkverletzung verlorenen Gefühls. Eine Schlüsselrolle spielte dabei die taktile Rückmeldung an den Patienten –auch dank einer künstlichen Haut. Sie besteht aus in Wabenform angeordneten Hochleistungs-Mikroprozessoren mit Sensoren, die Druck, Vibration, Temperatur, Bewegung und Berührungsnähe im dreidimensionalen Raum erfassen. Die künstliche Haut wird in die Sohle des Exoskeletts integriert. Die Bewegungen des Fußes, der Druck beim Aufsetzen des Fußes werden in ganz bestimmte Vibrationen umgewandelt, die der Patient dank kleiner Motoren, die in einer Manschette montiert sind, am Oberarm spürt. Das Erstaunliche: Nach Monaten Training verbindet das Gehirn diese Vibrationen wieder mit den Bewegungen von Bein und Fuß, die Patienten nehmen die Bewegungen des Exoskeletts als Schritte wahr.

Verantwortlich dafür ist die sogenannte neuronale Plastizität. Das beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu organisieren. Mit dem entsprechenden Training können neue Vernetzungen im Gehirn erzeugt werden. „Das Gehirn hat genügend Möglichkeiten, um bei entsprechendem Training neuronale Schädigungen, wie sie etwa auch bei Multipler Sklerose und anderen neuronalen Erkrankungen vorkommen, zu kompensieren.“ Der Patient könne lernen, Roboterbeine und -füße in sein eigenes Körperschema integrieren.

Prof. Gordon Cheng leitet das Institut für Kognitive Systeme an der Technischen Universität München. Die Inspiration für das Projekt ‚Walk again‘ und somit für die Sensorhaut resultierte aus einer Zusammenarbeit Chengs mit Prof. Miguel Nicolelis aus dem Jahr 2008. Damals ließ Nicolelis einen Affen auf einem Laufband gehen, und mit Hilfe von dessen Hirnsignalen brachte Cheng seinen humanoiden Roboter in Kyoto zum Laufen. Angewandt an einem querschnittsgelähmten Menschen.

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Psychische Erkrankungen gehören zu den drängendsten Gesundheitsproblemen

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin öffnet seine Tore. Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl im September stehen gesundheitspolitische Themen ganz oben auf dem Programm. Großer Handlungsbedarf besteht vor allem im Bereich der psychischen Gesundheit. DGPPN-Präsident Professor Arno Deister fordert die Spitzenvertreter der Gesundheitspolitik, der Verwaltung und der Kostenträger deshalb auf, jetzt die richtigen Weichen zu stellen.

Knapp 17,8 Millionen Erwachsene erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer psychischen Störung. Das entspricht der Einwohnerzahl Nordrhein-Westfalens. Diese Zahl macht deutlich, welch enorme Bedeutung Depressionen, Angststörungen und die vielen weiteren psychischen Krankheitsbilder für die Gesellschaft haben. Sie sind nicht nur einschneidend für das Leben der Betroffenen und deren Angehörigen, sie verursachen mehr als 35 Milliarden Euro direkte Kosten. Gleichzeitig stehen sie bei den Arbeitsunfähigkeitstagen und Frühberentungen an vorderster Stelle.

Gesundheits- und Sozialwesen haben auf diese Herausforderungen noch keine zukunftsfähigen Antworten. Die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen hat in den vergangenen Jahren zwar große Fortschritte gemacht, trotzdem besteht großer Handlungsbedarf. Damit die Betroffenen auch in Zukunft passgenaue Hilfen erhalten, muss die Politik jetzt in den Bereichen Forschung, Prävention, Behandlung und Teilhabe Farbe bekennen und die psychische Gesundheit zu einem Schwerpunkt in ihren Wahlprogrammen machen.

Auf dem Hauptstadtkongress in Berlin treffen die verschiedenen Akteure aufeinander und können gleich den richtigen Weg einschlagen. Die strukturelle Förderung für die psychiatrisch-psychotherapeutische Forschung muss zum Beispiel weiter ausgebaut werden. Neben der Fortführung der Forschungsnetze braucht Deutschland ein vernetztes Zentrum für psychische Erkrankungen (DZP) mit mehreren kompetitiv ausgeschriebenen Standorten. Gleichzeitig gilt es die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Prävention, Behandlung und Rehabilitation ambulant und stationär so zusammenspielen, dass wir Menschen mit psychischen Erkrankungen frühzeitig bestmöglich behandeln und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichern können.“

Mehr erfahren: Bundestagswahl 2017 – Forderungen der DGPPN

Bei Fragen sind wir für Sie da.

DGPPN-Pressestelle
Reinhardtstraße 27 B
10117 Berlin

Telefon: 030 2404772-11

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18th EPA Congress 2017: Europäische Antworten auf die Zukunft urbaner Mobilität

Die Zukunft der Parkierungsbranche ist mobil: Mit einem umfangreichen Kongressprogramm beleuchtet der 18th EPA Congress vom 20. – 22.09.2017 im niederländischen Rotterdam, wie smartes Parken schon jetzt und in Zukunft noch besser funktionieren kann. Bei allen Expertenvorträgen stehen die Themen „Digitalisierung“, „Urbane Mobilität“ und „Wandel im Verkehrsverhalten“ im Vordergrund des Kongressprogramms.

Namhafte Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft referieren über intelligente Lösungen in der Parkraumbewirtschaftung – speziell auf europäischer Ebene. Auf der Agenda stehen unter anderem „Nachhaltigkeit in der städtischen Mobilitätsplanung“, „Erhalt versus Umnutzung von Parkierungseinrichtungen“ und „Bargeldlose Zahlungsmethoden“.

Von europäischen Nachbarländern lernen

Neben Ausstellern aus dem Gastgeberland Niederlande präsentieren auf der begleitenden Fachausstellung zahlreiche Firmen aus verschiedenen europäischen Ländern eine große Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen rund um Planung, Bau und Betrieb von Einrichtungen des ruhenden Verkehrs. Interessierte können sich sowohl Fachwissen aneignen als auch von konkreten Praxisbeispielen lernen.

Parkierungsbranche steht nicht still

Das Zusammenspiel von effektiver Steuerung und Konzepten in der Parkraumbewirtschaftung unterstützt durch innovative Technologien bietet neue Wege, wie man dem Anspruch an steigende Mobilität in Stadtregionen, die Nutzung von öffentlichen Räumen und das gesellschaftliche Wohlbefinden zeitgleich gerecht werden kann. Die niederländischen Städte haben als Vorreiter in diesem Bereich einen besonderen Mehrwert für das Gastgeberland Niederlande”, sagt Monique Pluijm, Leiterin des niederländischen Parken-Verbandes VEXPAN.

Blick in die Zukunft nicht verpassen

Die Anmeldung zum 18th EPA Congress and Exhibition ist ab sofort möglich. Bis zum 01.05.2017 gelten attraktive Frühbucherpreise. In den Gebühren enthalten sind die Teilnahme an zwei Abendveranstaltungen und der kostenlose Besuch der parallel stattfindenden EPA Exhibition.

Weitere Informationen zur Kongressregistrierung und zur Veranstaltung stehen unter epacongress.eu zur Verfügung.

Über Mesago

Die Mesago Messe Frankfurt GmbH mit Sitz in Stuttgart wurde 1982 gegründet und ist Veranstalter fokussierter Messen, Kongresse und Seminare mit Schwerpunkt auf Technologie. Das Unternehmen gehört zur Messe Frankfurt Group. Mesago agiert international, messeplatzunabhängig und veranstaltet pro Jahr mit 130 Mitarbeitern Messen und Kongresse für mehr als 3.300 Aussteller und über 110.000 Fachbesucher, Kongressteilnehmer und Referenten. Zahlreiche Verbände, Verlage, wissenschaftliche Institute und Universitäten sind als ideeller Träger, Mitveranstalter und Partner aufs Engste mit Mesago-Veranstaltungen verbunden. Mesago umfasst drei Unternehmen: Mesago Messe Frankfurt GmbH, Mesago Messemanagement GmbH und Mesago PCIM GmbH. (mesago.de)

Über EPA – European Parking Association
Die 1983 gegründete European Parking Association ist der Dachverband für 22 europäische Parken-Verbände, welche die Parkierungsbranche repräsentieren. Die nationalen Mitgliedsverbände bestehen sowohl aus privaten und kommunalen Mitgliedsunternehmen, die on- und off-street Parkierungsanlagen und -dienstleistungen betreiben bzw. verwalten als auch der Zulieferindustrie, die alle relevanten Produkte und Dienstleistungen in Verbindung mit Parken anbietet. Das Ziel der EPA ist es, die Zusammenarbeit zwischen professionellen Parkierungsorganisationen unterschiedlicher europäischer Länder zu erleichtern. Darüber hinaus fördert EPA den Austausch und die gegenseitige Unterstützung zwischen den Mitgliedern und anderen relevanten internationalen Institutionen, die mit Parken und innerstädtischer Mobilität in Zusammenhang stehen. (europeanparking.eu)

Über VEXPAN – Verband für Parken in den Niederlanden

VEXPAN, der Verband für Parken in den Niederlanden, wurde 1986 gegründet. Über 200 lokale Behörden, private und kommunale Betreiber, Beratungs-, Bau-, Montage- und Dienstleistungsunternehmen, Zulieferer von Parkraumausstattung, Projektentwickler sowie andere interessierte Institutionen der Parkierungsbranche kommen innerhalb VEXPAN zusammen. VEXPAN beschäftigt sich mit allen Themen rund um den ruhenden Verkehr: on-street und off-street Parken, kostenfreies und kostenpflichtiges Parken sowie Parkierungsanlagen. Der Verband ist die wichtigste Instanz im Bereich Parken bezüglich Mobilität und Stadtentwicklung. (vexpan.nl)

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Prostatakrebs: Nuklearmedizinische Therapie identifiziert und zerstört den Tumor

(Wien, 13. Dezember 2016) Prostatakrebs-Patienten mit einer Resistenz gegen Hormonbehandlungen hatten bislang eine schlechte Prognose, denn die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten waren begrenzt. Jetzt aber eröffnen innovative Entwicklungen in der nuklearmedizinischen Bildgebung und Therapie vielversprechende Wege. Neuartige Substanzen, die im Rahmen von PET/CT (Positronen-Emissionstomographie kombiniert mit Computertomographie) eingesetzt werden, verbessern nicht nur die Diagnose, sondern bieten auch dort noch Behandlungsmöglichkeiten, wo andere Therapien gescheitert sind. „Das ist ein Hoffnungsstrahl für Patienten, die an dieser besonders schweren Form des Prostatakrebses leiden”, sagt EANM-Experte Prof. Markus Luster.

DruckProstatakrebs ist der am zweithäufigsten diagnostizierte Krebs bei Männern. Er verursacht in Europa etwa 90.000 Todesfälle pro Jahr. Bis zu fünfzig Prozent der Patienten, deren Prostata operativ entfernt wurde oder die sich einer Strahlentherapie unterzogen haben, erleiden einen Rückfall. In schweren Fällen muss die Konzentration des Testosterons, wovon der Tumor ganz wesentlich abhängt, drastisch reduziert werden, um die Krankheit zu bekämpfen. Das geschieht normalerweise mithilfe einer Hormontherapie. Allerdings haben oder entwickeln zahlreiche Patienten eine Resistenz gegen diese Behandlung (sogenanntes kastrationsresistentes Prostatakarzinom / KRPK). Das bedeutet, dass der Tumor trotz der Therapie nicht endgültig zerstört wurde und in vielen Fällen nun die Lymphknoten angreift oder sogar – oft schmerzhafte – Knochenmetastasen entwickelt. Für Patienten in diesem Stadium sind die Aussichten schlecht.

Nuklearmedizinische Bildgebung entdeckt Krebszellen
Eine gängige Methode zur Entdeckung von Prostatakrebs und zur Bestimmung des Krankheitsstadiums ist die Messung der Konzentration des prostataspezifischen Antigens (PSA), das als Biomarker für das Vorhandensein von Krebszellen dient. Bei Patienten, deren Testosteronproduktion medikamentös unterdrückt wurde, sind die PSA-Konzentrationen aber oft für Messungen zu niedrig. Das gilt auch für KRPK-Patienten, bei denen diese Therapie den Tumor nicht zu entfernen oder zu stoppen vermochte. Abgesehen davon liefern PSA-Messungen keine Informationen darüber, wo genau sich der Krebs befindet und welche Ausdehnung er hat. Neu entwickelte nuklearmedizinische Methoden eröffnen jetzt aber vielversprechende diagnostische Wege, die Ärzten und Patienten genauere Aufschlüsse über den Ort und die Ausdehnung der Krankheit geben könnten.

Zugleich liefert dieser neue Ansatz auch innovative Therapieoptionen, die die nach wie vor schlechte Prognose von KRPK-Patienten künftig verbessern können. Die Hauptrolle dabei spielt ein Protein mit dem Namen prostataspezifisches Membranantigen (PSMA). Es findet sich in großer Zahl auf der Oberfläche von Prostatakrebszellen, wobei sich die Menge mit der Aggressivität der Krankheit zu erhöhen scheint. Das macht PSMA zu einem idealen Ziel für das Aufspüren von Krebszellen mithilfe nuklearer Bildgebung. Das entscheidende Hilfsmittel dafür ist der Ga-68-PSMA-Ligand, ein Substrat, das an PSMA bindet – ähnlich wie ein Schlüssel, der in sein Schloss passt – und das mit dem Radionuklid Gallium 68 markiert wird.

Dieser Tracer wurde bereits erfolgreich in zahlreichen PET/CT-Untersuchungen eingesetzt: Nachdem dem Patienten der Ga-68-PSMA-Ligand injiziert wurde, wird der Tracer von den Krebszellen aufgenommen, die durch die Strahlung für die untersuchenden Ärzte sichtbar werden. „Es hat sich erwiesen, dass diese Substanz hochempfindlich ist und Lymphknotenkarzinome wie auch Metastasen in anderen Körperregionen zuverlässig anzeigt. Während der letzten zehn Jahre wurden auch andere Substanzen wie zum Beispiel Cholin getestet und eingesetzt, aber mit Blick auf Genauigkeit und diagnostischen Ertrag ist Ga-68-PSMA zurzeit der neueste Stand der Medizin“, sagt Prof. Markus Luster.

Verknüpfung von Diagnose und Therapie
PSMA dient nicht nur der Diagnose, sondern auch der Behandlung. Der PSMA-Ligand kann nämlich mit einem anderen Radionuklid namens Lutetium-177 markiert werden, der die Krebszelle durch Strahlung von innen zerstören kann. “Mehrere Tests haben gezeigt, dass eine Lu-177-PSMA-Therapie die Tumormasse reduzieren und die Schmerzen mildern kann. Patienten, für die es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten mehr gibt und deren Krebszellen nachgewiesenermaßen PSMA-Liganden aufnehmen, werden sehr wahrscheinlich vom diagnostischen und therapeutischen Potential der PSMA-Bildgebung und -Therapie profitieren“, sagt Prof. Markus Luster.

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conhIT präsentiert das Thema IT-Sicherheit erstmals auf eigener Fläche

Berlin, 11. April 2016: Zusätzlich zu den Veranstaltungen zum Thema IT-Sicherheit wird es auf der diesjährigen conhIT, Europas wichtigstem Event der Gesundheits-IT-Branche, zum ersten Mal eine Präsentationsfläche zur „IT-Sicherheit im Gesundheitswesen“ geben. Auf der sogenannten „Health Security Area“ bietet sich den Besuchern die Gelegenheit an den drei Messe-Tagen, vom 19. bis zum 21. April 2016, die wichtigsten Sicherheitsthemen intensiv zu diskutieren.

Die Verfügbarkeit von Daten und der entsprechende Zugriff von berechtigten Personen darauf machen heutzutage einen wesentlichen Bestandteil der Arbeitsabläufe in Krankenhäusern und anderen medizinischen Institutionen aus. Deshalb müssen umfassende Vorkehrungen getroffen werden, damit sensible Gesundheitsdaten nicht in die Hände Dritter gelangen und unbefugte Dritte keinen Zugriff auf die IT-Systeme erhalten. Den hohen Stellenwert von IT-Sicherheit haben auch die conhIT-Veranstalter erkannt: Neben einer Kongress-Session, einem Akademie-Seminar und einigen Podiumsdiskussionen, bei denen der Themenschwerpunkt auf „IT-Sicherheit im Gesundheitswesen“ liegt, wird es erstmalig auf der conhIT 2016  eine spezielle Präsentationsfläche zu dem Thema geben.

„Im Hinblick auf die Frage, welche IT-Themen heute und morgen bedeutend für das Gesundheitswesen sind bzw. sein werden, hat unsere aktuelle bvitg-Studie zum Stellenwert von Gesundheits-IT gezeigt, dass sowohl niedergelassene Ärzte als auch Krankenhausvertreter IT-Sicherheit als eines der zentralsten Themen von heute und für die Zukunft sehen. Bei den Leistungserbringern besteht eine hohe Sensibilität für die Themen rund um Datenschutz und -sicherheit. Dies ist vor dem Hintergrund des sogenannten „IT-Sicherheits-Gesetzes“, welches im Juli 2015 in Kraft getreten ist, nicht überraschend. Im Gesundheitswesen handelt es sich um besonders schützenswerte Daten und daher ist eine verstärkte Auseinandersetzung mit dem Thema IT-Sicherheit notwendig“, erläutert Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer vom Bundesverband Gesundheits-IT e. V. (bvitg), dem Veranstalter der conhIT, die thematische Akzentuierung.

Der Stand zum Thema IT-Sicherheit auf der conhIT 2016 wird von der Münsteraner Beratungsfirma CETUS Consulting organisiert. Gemeinsam mit der CETUS Consulting sind zudem seculution GmbH, NCP-Engineering GmbH und DOCRaid auf dem Stand vertreten. Ergänzend bietet der Stand in Halle 2.2 eine Präsentationsfläche zu wichtigen Sicherheitsthemen. Hier sollen Ransomware- und APT-Wellen vorgeführt werden. Interessierte lernen so die Anatomie von Angriffen besser zu verstehen, um einerseits im Ernstfall korrekt reagieren zu können, andererseits aber auch korrekte Präventionsaktivitäten treffen zu können. Zudem wird es weitere Präsentationen der Mitaussteller zu Themen, wie z. B. sicheres Cloud-Computing oder sichere mobile Anwendungen, geben. Das Gesamtprogramm finden Sie hier.

Über die conhIT – Connecting Healthcare IT
Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie an Ärzte, Ärztenetze und Medizinische Versorgungszentren, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Industrie-Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit 388 Ausstellern und rund 7.500 Besuchern in 2015 zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.
Die conhIT wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V., GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e.V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e.V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e.V. und CIO-UK (Chief Information Officers – Universitätsklinika) gestaltet.
Natalie Gladkov
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T +49 (0) 30 206 22 58 – 18
F +49 (0) 30 206 22 58 – 69
M +49 (0) 170 55 21 798
natalie.gladkov@bvitg.de
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GESUNDHEITSSYSTEME VERBESSERN: GEMEINSAME HERAUSFORDERUNG FÜR WISSENSCHAFT UND POLITIK

  1. Jahrestagung

DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GESUNDHEITSÖKONOMIE Berlin

GESUNDHEITSSYSTEME VERBESSERN: GEMEINSAME HERAUSFORDERUNG FÜR WISSENSCHAFT UND POLITIK

„Gesundheitssysteme verbessern: Gemeinsame Herausforderung für Wissenschaft und Politik“ ist daher auch das diesjährige Thema der Jahrestagung. „Bridging the gap“ zwischen Wissenschaft und Politik

Einstellungen und Rolle der niedersächsischen Kommunalpolitik bei der Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung. Insgesamt unterstreicht die hohe Responserate der Befragung die große kommunalpolitische Relevanz des Themenfeldes der ambulanten ärztlichen Versorgung. Das Antwortverhalten der Landräte deckt sich überwiegend mit dem der Bürgermeister. Besonders für kleinere Gemeinden zeigen sich Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung von Arztpraxen. Für die meisten Bürgermeister ist der lokale Zugang zu Fachärzten ein größeres Problem als der zu Hausärzten. Überwiegend positiv sehen die Kommunalpolitiker die Delegation ärztlicher Tätigkeiten an nicht-ärztliche Berufsgruppen. Sehr skeptisch wird hingegen der Einsatz von Telemedizin beurteilt. Die Mehrheit der Kommunen möchte zukünftig stärker in die ambulante Bedarfsplanung einbezogen werden.

Bewertung der hausärztlichen Versorgung und Akzeptanz neuer Versorgungsformen: Eine Befragung der Bevölkerung. Die künftige flächendeckende Sicherstellung der Versorgung stellt eine der zentralen gesundheitspolitischen Herausforderungen dar. Tatsächlich ist die Versorgung durch eine starke Ungleichverteilung an Hausärzten gekennzeichnet: Während etliche Regionen über eine ausreichende Anzahl an Ärzten verfügen, wird die Sicherstellung der Versorgung in einigen ländlichen Regionen künftig problematisch sein. Neue Versorgungsformen können in diesen Regionen dazu beitragen, auch weiterhin eine ausreichende Versorgung aufrechtzuerhalten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bewertung der heutigen Versorgung grundsätzlich positiv ist, dass jedoch Unterschiede in der Wahrnehmung der Versorgungssituation zwischen unterschiedlichen Regionen vorliegen. Die hohe Akzeptanz neuer Versorgungsformen in der Bevölkerung eröffnet neue Möglichkeiten, um das Spektrum der traditionellen Versorgung zu erweitern. Die Ergebnisse dieser Befragung enthalten somit politische Handlungsempfehlungen zur nachhaltigen und flächendeckenden Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in schwer zu versorgenden ländlichen Regionen.

Strategische Planung von Krankenhausstandorten, medizinischen Fachrichtungen und Bettenkapazitäten am Beispiel von Nordrhein-Westfalen. Die Nachfrage nach Krankenhausleistungen unterliegt einer grundlegenden Veränderung, die durch Land-Stadt-Wanderungsbewegungen, demografischen Wandel und medizinischem Fortschritt aus-gelöst wird. Infolgedessen ändern sich Ort, Art und Menge der Nachfrage. Als Reaktion auf diese Veränderungen hat das Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 2013 seinen Landeskrankenhausplan (LKP) überarbeitet. Ziel eines LKP ist die Sicherstellung der bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung. NRW legt diesbezüglich fest, dass eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung in einer medizinischen Fachrichtung der Grundversorgung (Allgemeine Chirurgie, Allgemeine Innere Medizin, Frauenheilkunde und Geburts-hilfe) vorliegt, wenn diese medizinische Fachrichtung innerhalb von 20 km erreicht werden kann. Gleichzeitig schreibt NRW mit dem neuen LKP umfangreiche Kapazitätsreduktionen insbesondere in den medizinischen Fachrichtungen der Grundversorgung fest. Mit Bekanntgabe der Planungsvorgaben wurde daher in der Öffentlichkeit die Befürchtung geäußert, dass die umfangreiche Reduzierung von Bettenkapazitäten dazu führen wird, dass die bedarfsgerechte Versorgung des ländlichen Raums nicht mehr gegeben sei. Gemischt-ganzzahlige Optimierungsmodelle stellen somit eine hervorragend geeignete Methode dar, um die Revision existierender Krankenhausnetzwerke zu begleiten und die Folgen von neuen Planungsvorgaben abzuschätzen. Dadurch kann ihr Einsatz die Entscheidungsträger maßgeblich unterstützen.

Kosteneffektivität eines neuen standardisierten Schulungsprogramms in der Rehabilitation von Patienten mit chronischem Rückenschmerz. Chronische Rückenschmerzen betreffen in Deutschland gut ein Fünftel der erwachsenen Bevölkerung und sind aus gesundheitsökonomischer Sicht mit hohen direkten und indirekten Kosten verbunden. Patientenedukation gehört zu den wichtigsten Bausteinen der stationären Rehabilitation, allerdings existiert eine große Spanbreite unterschiedlicher nicht standardisierter Programme und der Wissenstand hinsichtlich der Kosteneffektivität dieser Programme ist gering. Ziel des Projekts ist die Ermittlung der Kosteneffektivität einer neuen standardisierten Patientenschulung in der stationären Rehabilitation chronischer Rückenschmerzen im Vergleich zu herkömmlichen Patientenschulungen in diesem Setting. Trotz der wesentlichen Bedeutung der Patientenedukation als Element in der Rehabilitation chronischer Rückenschmerzen liegen bislang wenige Erkenntnisse bezüglich der Kosteneffektivität vor. Die vorliegende Analyse generiert erste Daten um diese Wissenslücke zu schließen.

Einfluss der Ischämischen Herzerkrankung auf die Versorgungskosten von Patienten mit Chronisch Ob-struktiver Lungenerkrankung – erste Ergebnisse einer Kassendatenanalyse. Laut Krankheitskostenrechnung Bund wurden 2008 ca. € 6,2 Mrd. für die Behandlung der Ischämischen Herzerkrankung (IHD) und ca. € 3,5 Mrd. für die Behandlung von Chronisch Obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sowie Chronischer Bronchitis ausgegeben. Aufgrund gemeinsamer Risikofaktoren treten beide Krankheitsbilder häufig zusammen auf. Dies beeinflusst neben Morbidität und Mortalität auch die Versorgungskosten. Unsere Kassendatenstudie hatte das Ziel, die IHD-assoziierten Zusatzausgaben für COPD-Patienten in den einzelnen Leistungsbereichen der Gesetzlichen Krankenversicherung zu quantifi-zieren. IHD hat eine kostensteigernde Wirkung auf die Versorgung von COPD-Patienten, wobei die Zusatzausgaben altersabhängig und geschlechtsspezifisch variieren. Aufgrund hoher Zusatzausgaben sind dabei trotz eher geringer Prävalenz gerade jüngere Frauen mit COPD und IHD eine wichtige Zielgruppe. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Multimorbidität komplexe Versorgungsanforderungen mit sich bringt, die in vorhandenen, auf eine Indikation bezogenen Ansätzen des Krankheitsmanagements möglicherweise nicht hinreichend erfasst werden. Hier könnte die Entwicklung integrierter Ansätze dazu beitragen, beste-hende Effizienzreserven auszuschöpfen.

Impfungen zur Prävention von Pneumokokkenerkrankungen bei Erwachsenen in Deutschland: Welcher Impfstoff und wie häufig? – Eine Analyse auf Basis eines dynamischen Transmissionsmodells. Infektionen mit Pneumokokken (Pnk) zählen hinsichtlich Mortalität und Morbidität insbesondere bei älteren Menschen zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten. Die Epidemiologie der Pnk ist aufgrund der Vielzahl von Serotypen (bislang 94 entdeckt) komplex und befindet sich seit der flächendeckenden Impfung von Kleinkindern mit Konjugatvakzine in einem dynamischen Wandel. Zur Prävention von Pnk-Erkrankungen bei Erwachsenen stehen aktuell zwei Pnk-Vakzine zur Wahl: Ein 13-valenter Konjugatimpfstoff (PCV13) – seit 2010 in Deutschland bei Kleinkindern eingesetzt – und ein 23-valenter Polysac-charidimpfstoff (PPSV23), die gegen 13 bzw. 23 Pnk-Serotypen schützen. Ziel der Studie ist die Evaluation von vier unterschiedlichen Impfstrategien bei Erwachsenen ≥60 Jahre im deutschen Setting: einmalig PCV13, einmalig PPSV23, einmalig PCV13+PPSV23 (sequentielle Impfung), PPSV23 Wiederholungsimpfung. Bei einer einmaligen Immunisierung ist die sequentielle Impfung die effektivste Strategie. Aus gesundheitsökonomischer Sicht wäre einmalig PPSV23 zu bevorzugen. Die Wiederholungsimpfung ist sowohl effektiver als auch kosteneffektiv im Vergleich mit der einmaligen Impfung, sofern eine impfalterunabhängige Effektivität angenommen wird. Der Budget-Impact der Wiederholungsimpfung ist im Vergleich zur Einmalimpfung jedoch beträchtlich.

Ambulante Versorgung am Quartalsende. Das ambulante Abrechnungssystem in der GKV bietet Anreize für niedergelassene Ärzte am Ende eines Quartals die Tätigkeit einzuschränken. Zum einen führen Verteilungsmaßstäbe wie Regelleistungsvolumen dazu, dass Ärzten nur bis zu einer gewissen Grenze der volle Preis für ihre Leistung garantiert wird. Zum anderen führt eine teilweise Pauschalierung der Leistungen dazu, dass Folgekontakte in einem Quartal nur noch geringer oder gar nicht mehr vergütet werden. Der Einfluss durch Vergütungssysteme auf die zeitliche Verteilung von Leistungen wurde bisher nur ansatzweise oder gar nicht untersucht. Ziel der Studie ist es daher eine mögliche reduzierte Versorgung am Quartalsende zu untersuchen und räumliche und institutionelle Determinanten zu identifizieren, die den Effekt beeinflussen. Auch Substitutionseffekte der Ärzte sowie das Ausweichen der Patienten auf andere Bereiche des Gesundheitswesens werden untersucht. Es zeigt sich für alle betrachteten Arztgruppen ein Rückgang der budgetierten Leistungen zum Quartalsende und ein sprunghafter Anstieg zum folgenden Quartalsbeginn. Für extrabudgetäre Leistungen ist der Effekt deutlich geringer und teilweise sogar gegenläufig. Die Analyse der Patienten bezüglich Not-diensten am Quartalsende zeigt kaum Effekte hinsichtlich einer vermehrten Inanspruchnahme.

Ermittlung von Standardkosten für Versorgungsleistungen aus der gesellschaftlichen Perspektive. Werden gesundheitsökonomische Evaluationen anhand von „Piggy-Back“-Studien durchgeführt, ist wegen der Vielzahl der Kostenträger im deutschen Gesundheitssystem zur Ermittlung der Leistungsinanspruchnahme eine Datenerhebung durch Befragung der Patienten häufig unumgänglich. Hierzu bedarf es eines geeigneten Fragebogens. Für die monetäre Bewertung der im Fragebogen erfassten Einheiten müssen standardisierte Unit Costs zur Verfügung stehen, um eine studienübergreifende Vergleich-barkeit zu gewährleisten. Der Beitrag stellt einen entsprechenden Fragebogen und die zugehörigen Standardkosten zur Berechnung der Versorgungskosten älterer Probanden vor.

Der entwickelte Fragebogen und die entsprechenden Bewertungssätze stellen Instrumente zur Kostenmessung im Rahmen gesundheitsökonomischer Evaluationen dar und können zugleich als Referenzfall bei gesundheitsökonomischen Evaluationen aus gesellschaftlicher Perspektive dienen und so deren Vergleichbarkeit erhöhen.

Entwicklung von Standardkosten für die Indikation Kniegelenksarthrose. Um die Vergleichbarkeit von gesundheitsökonomischen Evaluationen zu verbessern, wird eine Standardisierung der Kostenmethoden empfohlen. Der Ausschuss hat sich vorgenommen für die Beispielindikation Kniegelenksarthrose eine Standardkostenliste zu entwickeln. Bei der Erstellung des Standardkostenkatalogs ergeben sich einige inhaltliche, methodische und technisch-administrative Fragen. Diese sollen dem Plenum zur Diskussion gestellt werden.

Prevention in Physician Expert Markets. Disease prevention is an important topic in many areas of health care. Examples are dental care, the early protection of cancer and psychological diseases. It is often reported that patients do not prevent enough. An often used explanation is health insurance. We provide a new explanation: Supply-side moral hazard. We study health care markets as physician expert markets in which the physician has an informational advantage over the necessity of treatment. In these credence goods markets, physicians might have incentives to overtreat or overcharge patients who are not in need of treatment, reducing the patients’ benefits of prevention. Es zeigt sich für alle betrachteten Arztgruppen ein Rückgang der budgetierten Leistungen zum Quartalsende und ein sprunghafter Anstieg zum folgenden Quartalsbeginn. Für extrabudgetäre Leistungen ist der Effekt deutlich geringer und teilweise sogar gegenläufig. Die Analyse der Patienten bezüglich Not-diensten am Quartalsende zeigt kaum Effekte hinsichtlich einer vermehrten Inanspruchnahme.

Quality gains and losses from health care regionalization: Evidence from maternity clinic closures in Sweden. Recent trends of regionalizing health care are often endorsed by the idea that hospitals with higher patient volumes perform better and are more efficient due to staff learning-by-doing, specialization and scale effects. However, such policies also typically entail a deterioration in the access to inpatient health care, as rural hospitals are often closed or downsized to the benefit of larger units. These two counteracting mechanisms therefore suggest the existence of a quality trade-off from regionalizing health care. Results indicate the existence of a distance effect where an increased travel time might have implied a larger share of emergency births, and a congestion effect where the hospital’s capacity was too low to accommodate the large increase of births due to the closures. Increased case volume could improve quality of care through learning and scale effects but also decrease care if congestion arises when referral hospitals are working above capacity limits. This may imply that short-run effects might have been detrimental for quality of care but longer-term outcomes beneficial. In conclusion, results indicate that health care regionalization policies are likely to substantially affect maternal care quality.

Examining the demand for hospital services in Germany. Inpatient admissions in Germany increased by 8.4 percent from 2007 to 2012. Our general assumption is: The changes in hospital admissions are determined by supply (e.g. hospitals responding to price changes) and population’s demand (e.g. demography). The aim of our study is to estimate the part of this shift caused by demand and disentangle the driving factors for the change in hospital services de-mand in the German population. Investigated factors are populations’s morbidity, mortality as the well-known ‘red-herring’ hypothesis by Zweifel et al. (1999) and age in itself. With our data, we can longitudi-nally observe the German population on a very detailed level. All investigated factors are measured not only on county level, but also on age (0-95 years) and sex level over 4 years. Thus 80 million people are aggregated to 80 thousand quasi individuals. To our knowledge, we provide the first (causal) estimation for hospital services demand in-cluding the major factors identified in prior research. Although our study wasn’t explicitly designed to test the ‘red-herring’ hypothesis, we find evidence to reject it. The estimated influence of Mortality supports the first part of the ‘red-herring’ claim. But also, age has a clear positive effect on hospital utilisation what refutes the second part. The remaining significant regional impact indicates, that a large proportion of the hospital utilisation shift can’t be explained by population’s demand. Underlying factors may be supplier-induced demand. Future research should extend the estimation of hospital utilisation in a structural model including both, demand and supply side factors.

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